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Mund, Kiefer und Becken – eine funktionelle Einheit

  • Laura Antonoff-Bakogiannis
  • 13. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Der menschliche Körper funktioniert als komplexes System, in dem scheinbar weit voneinander entfernte Bereiche eng miteinander verbunden sind. Besonders die Verbindung zwischen Mund, Kiefer und Becken spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden. In der Osteopathie wird diese funktionelle Einheit intensiv betrachtet, da Störungen in einem Bereich oft Auswirkungen auf die anderen haben. Dieser Artikel erklärt, wie diese Verbindung funktioniert, welche Beschwerden daraus entstehen können und wie osteopathische Behandlungen helfen.


Nahaufnahme eines menschlichen Kiefers und Beckens in anatomischer Darstellung
Verbindung von Mund, Kiefer und Becken in anatomischer Ansicht

Wie sind Mund, Kiefer und Becken verbunden?


Der Kiefer ist nicht nur für das Kauen und Sprechen zuständig, sondern beeinflusst auch die Haltung des Kopfes und damit die gesamte Körperstatik. Das Becken bildet die Basis des Körpers und trägt das Gewicht des Oberkörpers. Zwischen diesen beiden Bereichen gibt es mehrere Verbindungen:


  • Muskuläre Verbindungen: Muskeln wie der M. sternocleidomastoideus und die Kaumuskulatur beeinflussen sowohl den Kiefer als auch den Nacken und die Haltung des Beckens.

  • Fasziennetzwerk: Faszien umhüllen Muskeln und Organe und verbinden den Kieferbereich mit dem Becken über den Rücken und die Wirbelsäule.

  • Nervale Verbindungen: Nerven, die den Kiefer steuern, haben Verbindungen zu Nerven im Nacken und Rücken, was die Kommunikation zwischen diesen Regionen ermöglicht.


Diese Verbindungen erklären, warum Probleme im Kieferbereich oft mit Beschwerden im Nacken oder sogar im Becken einhergehen.


Typische Beschwerden durch Störungen in der funktionellen Einheit


Viele Patienten berichten von Nacken Probleme, die sich nicht nur auf den Nacken beschränken, sondern auch mit Schmerzen im Kiefer oder sogar im unteren Rücken verbunden sind. Weitere häufige Symptome sind:


  • Schwindel und Nackenbeschwerden: Verspannungen im Kiefer können die Nackenmuskulatur beeinflussen und so Schwindelgefühle auslösen.

  • Tinnitus: Ohrgeräusche entstehen oft durch Fehlstellungen im Kiefergelenk, die sich auf die umliegenden Nerven und Muskeln auswirken.

  • Beckenschiefstand: Eine Fehlfunktion im Kiefer kann zu einer ungleichmäßigen Belastung führen, die sich bis ins Becken auswirkt und dort Schmerzen verursacht.


Diese Beschwerden zeigen, wie wichtig es ist, den Körper als Ganzes zu betrachten und nicht nur einzelne Symptome isoliert zu behandeln.


Wie hilft Osteopathie bei der Behandlung?


Die Osteopathie betrachtet den Körper als Einheit und sucht nach den Ursachen der Beschwerden. Bei Problemen mit Mund, Kiefer und Becken geht es darum, die Beweglichkeit und Funktion aller beteiligten Strukturen zu verbessern. Die Behandlung umfasst:


  • Manuelle Techniken: Sanfte Mobilisationen des Kiefers, der Halswirbelsäule und des Beckens lösen Verspannungen und verbessern die Beweglichkeit.

  • Faszientechniken: Durch gezielte Behandlung der Faszien werden Verklebungen gelöst, die die Verbindung zwischen Kiefer und Becken stören.

  • Haltungsanalyse: Die Osteopathin oder der Osteopath untersucht die Körperhaltung und gibt Übungen zur Stabilisierung und Verbesserung der Statik.


In der Praxis zeigt sich oft, dass sich Beschwerden wie Schwindel und Nackenprobleme durch eine gezielte osteopathische Behandlung deutlich reduzieren lassen.


Praktische Tipps für Patienten


Wer unter Beschwerden im Kiefer, Nacken oder Becken leidet, kann selbst einiges tun, um die funktionelle Einheit zu unterstützen:


  • Bewusstes Kauen: Vermeiden Sie einseitiges Kauen und knirschen Sie nicht mit den Zähnen.

  • Haltung verbessern: Achten Sie auf eine aufrechte Sitz- und Stehhaltung, um das Becken und den Nacken zu entlasten.

  • Entspannungstechniken: Regelmäßige Dehnübungen und Entspannung der Kaumuskulatur helfen, Verspannungen zu lösen.

  • Frühzeitige Behandlung: Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie frühzeitig eine osteopathische Untersuchung in Anspruch nehmen.


Diese Maßnahmen unterstützen die Behandlung und fördern die langfristige Gesundheit.


Wann ist eine osteopathische Behandlung sinnvoll?


Nicht jeder Schmerz im Kiefer oder Nacken muss sofort behandelt werden, doch bei folgenden Anzeichen ist eine osteopathische Untersuchung ratsam:


  • Chronische Nacken Probleme, die sich nicht durch einfache Maßnahmen bessern

  • Wiederkehrender Tinnitus ohne klare Ursache

  • Schwindelgefühle in Verbindung mit Verspannungen im Kieferbereich

  • Schmerzen im Becken, die sich nicht durch orthopädische Maßnahmen erklären lassen


Die Osteopathie kann helfen, die Ursache zu finden und die funktionelle Einheit von Mund, Kiefer und Becken wieder ins Gleichgewicht zu bringen.



 
 
 

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